Oneiroi Anna-Lena Lucas
Oneiroi
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Die Oneiroi sind Dämonen der griechischen Mythologie. Des Nachts verlassen sie fledermausgleich ihre Höhlen im Westen an der Grenze des Hades und fliegen als Träume zu den Menschen.
Meine Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Träumen. Beziehungsweise mit dem Träumen im Gegensatz zur wach erlebten Realität: Wenn wir wach sind, wird unser Denken und Handeln von Rationalität bestimmt. Von dem, was wir wissen, was wir erfahren haben, was für uns logisch ist. Wenn wir träumen, sind diese Grenzen des Verstandes aufgehoben.
‚Oneiroi‘ gliedert sich in drei Teile: einen Nacht-, einen Tag- und einen Traumteil. Nacht- und Tagteil beschäftigen sich mit allem, was vor und nach dem Träumen passiert; Was immer passiert, was bei jedem passiert, was in immer der gleichen Reihenfolge passiert. Sie untersuchen neurobiologische Vorgänge, Rituale und Gewohnheiten. Diese beiden Teile bestehen aus reiner Typografie und stehen somit für die Fakten, für logisches Denken und stringente Abläufe, für das Gelernte und das Bekannte.
Der Traumteil dagegen besteht hauptsächlich aus Bildern. Er erzählt eine Geschichte, die den Betrachter mitnimmt auf eine fantastische Reise durch die Nacht, welche ihn aus seiner gewohnten Umgebung und aus dem, was er täglich sieht, weiß und versteht, herausholt. Eine Reise, die alles durcheinanderwürfelt und zu einer anderen, irrationalen und doch emotional in sich schlüssigen Welt vereint. Dieser Teil steht für das Neue, das Unbekannte.
Die Arbeit dreht sich um die Erkenntnis, dass zwischen den strengen Mauern aus Verstehen und Funktionieren noch ein gehöriges Stück Freiheit steckt, die es zu pflegen gilt. Es geht darum, zu sehen, was noch möglich ist. Abgesehen vom logisch Begründbaren und außerhalb der Grenzen, die uns unser Verstand setzt.
Es geht um das Träumen, das Hineinkriechen des Menschen in sich selbst.
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