Bestes Kulturplakat 2012: „HAU Hebbel am Ufer“
Die Sieger des Kulturplakat-Wettbewerbs „guteplakate.de“ stehen fest: das Berliner „HAU Hebbel am Ufer“ und das „Theaterfestival 150%“ aus Hamburg gewinnen jeweils ein Mediavolumen von 5.000 Euro.
Deutschlandweit haben sich zahlreiche Museen, Theater, Konzertveranstalter, Kulturinstitute und Festivals mit mehr als 300 aktuellen Plakaten um die Auszeichnung „Beste Kulturplakate 2012“ beworben. Nun ist der von der Agentur Artefakt und Partnern ausgerichtete Plakatwettbewerb „guteplakate.de“ nach einer einmonatigen Abstimmungsphase im Netz zu Ende gegangen.
Die Entscheidung, welcher Kulturveranstalter der diesjährige Preisträger ist, fällte eine vierzehnköpfige Blogger-Jury, an der auch dasauge beteiligt war. Welche Plakate beim Publikum am besten ankamen, bestimmten zudem mehr als 2000 Teilnehmer bei einer öffentlichen Abstimmung.
Jurypreis
In einer knappen Entscheidung setzte sich als Preisträger der Jury die Imagekampagne des Berliner Theaters „HAU Hebbel am Ufer“ durch. Die aus fünf Tiermotiven bestehende Plakataktion aus Anlass der ersten Spielzeit mit neuer Intendanz besticht durch Simplizität und bleibt im Kopf des Betrachters, so die Jury. In der Begründung wurde besonders die starke Signalwirkung von Bildmotiv und Farbgebung hervorgehoben: Bunt, exotisch, aufregend, frisch, selbstbewusst, ein totaler Hingucker. Mit der neuen Intendantin Annemie Vanackere kam auch Jürgen Fehrmann an das HAU, der als Hausgrafiker die Kampagne entwickelt hatte. Ebenso von der Jury wurden die Plakate „Choreographie der Massen“ der Akademie der Künste Berlin sowie „The Open Square“ der Komischen Oper Berlin und weitere Kulturplakate aus ganz Deutschland gewürdigt.
Publikumspreis
Der Publikumspreis von „guteplakate.de“ geht 2012 an das Hamburger „Theaterfestival 150%“. Das Festival bespielt die Stadt und zeigt an unterschiedlichen Orten bemerkenswerte Inszenierungen, die exemplarisch für die freie Theaterlandschaft in Hamburg und im deutschsprachigen Raum stehen. Das Plakatmotiv der Grafikerin Franka Frey überzeugt durch klare Gliederung und konsequente Farbgebung. Zu sehen ist ein „typischer“ Hamburger Seemann, dessen Konterfei – und zwar die visuell entscheidende Augenpartie im Zentrum des Motivs – durch die Headline „150 % Festival“ durchkreuzt wird.
Den Berlinpreis gewinnt die Produktion „Lotti! – Die Zitrone kehrt zurück“. Das eher schlicht in zitronengelb gehaltene Plakat von Alexander Katt und André Fischer fällt durch eine zwar bekannte Optik eines Strahlenkranzes auf, die jedoch Sogwirkung entfaltet.
Als Preise erhalten die Kulturveranstalter Freiplakatierungen für die Bewerbung neuer Kulturprojekte auf Litfaßsäulen im kommenden Jahr. Das Berliner „HAU Hebbel am Ufer“ und das „Theaterfestival 150%“ aus Hamburg erhalten jeweils ein Mediavolumen in Höhe von 5.000 Euro vom Sponsor Ströer Out-of-Home Media. Das Berliner Ambient-Media-Unternehmen PiCK ME stiftet für die Produktion „Lotti! – Die Zitrone kehrt zurück“ eine Verteilung von Werbefaltern über „Berlins Kulturregal“ in Höhe von ebenfalls 5.000 Euro.
„guteplakate.de“
Der Wettbewerb „guteplakate.de“ verfolgt das Ziel, kreative und öffentlichkeitswirksame Plakate, die im Stadtraum für kulturelle Veranstaltungen aller Genres werben, auszuzeichnen. Die Website www.guteplakate.de zeigt aktuelle Kulturplakate aus dem ganzen Bundesgebiet, ermöglicht Kommentierungen und informiert über kulturelle Veranstaltungen und deren Bewerbung. Allein im November konnte die Website an die 20.000 Besucher verzeichnen, die sich über aktuelle Kulturplakatierungen und Plakatgestaltungen informierten.
Der Wettbewerb fand 2012 zum dritten Mal statt und wird auch im nächsten Jahr fortgeführt. Ab März 2013 können wieder neue Kulturplakate aus dem aktuellen Kalenderjahr online eingereicht werden.
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Web
Kommentare
schlimm…
1. Korrektur
Ja habe da auch mitgemacht und gevoted, das NIveau der eingereichten Arbeiten war bisweilen unter aller Kanone, früher (70er-80er Jahre) hatten einige (in DEutschland) noch den Anspruch vertretten um mal als Grafiker etc.aus der normalen „Erwerbs- und Biedergrafik“ auszutreten, dagegen anspruchsvollere Gestaltung zu machen,
Aber was dort nun konkret für 2012 abgeliefert wurde war oft weder plakativ, gestalterisch anspruchsvoll oder typografisch durchdacht, visle Einreichungen sahen aus, als hätte sie der Chef gestaltet oder und der Praktikant, viele geben das (im reichsten Land Eropas) massiv vorhandene Geld ja vorzugsweise leiber für allerlei Fahrzeuge und andere High Tech Spielsachen aus, als in gute Gestaltung zu investieren (machen damit diese Firmen immer mächtiger und allseits totalitär bestimmender,..) oder es in Kulturförderung und echte soziale Aktionen zu stecken, das ist eine absolute Katastrophe,
nebenher wird dann auch noch so affirmativ und devot herum-geheuchelt, als gäbe es in diesem Land „nichts zu kritiseren“,..nun ja
und was ist jetzt schlimm, mein Text, die Situation, das Wetter?
Hey Brent Debecker,
mit deinem Kommentar bin ich völlig d’accord.
Schlimm finde ich die Plakate und das Ergebnis des Wettbewerbes.
Gestalterisch auf keinem Niveau, Typographisch schwach.
Aber man weiß ja nie, wer es verbrochen hat: Der Gestalter oder doch der Kunde, der es so haben wollte…
Hallo Jochen B.
genau, aber wie ich auch oben anführte, „früher“ war es eine gewisse „Ehre“, „Kulturplakate“ zu entwrfen und man/frau gab sich dabei sogar etwas Mühe (aus Freude über die Gelegenheit), das habe ich hier kaum (bei einigen schon) aber generell ebenso nicht bemerkt,
Und gerade „Kunden“ sollten keine Dominas sein, mit absoluter Gewalt und Macht sondern zulassen, das andere, ebenso in ihrem Fach kompetente Leute, etwas „leisten“ und gestalten dürfen.
aber ganz allgemein ist das Niveau in „Ger-Money“ gestalterisch bisweilen recht niedrig und im Keller,
Habe mal mit polnische Schülerinnen und deutschen/französischen kleine Plakate zu einem europäischen Kulturthema entworfen in einem Kurs, die Polinnen konnte zeichnen, hatten Gefühl, konnten Ideen umsetzen und hatten sogar eigene, die anderen auch die Deutschen eher weniger und haben sich auch keine besondere Mühe gegeben,
Obwohl das ein „freies Projekt“ war, so ist das hier auch, „polnische Plakate“ und auch Gestaltung ist nicht umsonst immer noch weltbekannt für Kreativität und „hoch stehende“ Grafik (Jacek Utko und sein Newspaper Design), aber das wird dort schon an Schulen gefördert und bei uns machen sie „Kunsttheorie“! Ich gebe dazu in manchen Foren Ratschläge, das ist bedauerlich was Schüler mir schreiben, welche „weltfremden“ Themen sie im Kunstunttericht bearbeiten müssen, etc.

